Die Unterlagen
Von admin
Geschichte zur Entstehung der Pfropfrebe.
1860 wurde die Reblaus von Amerika nach Südfrankreich in Europa eingschleppt. Gerade mal 14 Jahre später, ergo 1874 fand man erstmals die Reblaus in Deutschland. Innerhalb weniger Jahrzehnte breitete sich die Reblaus in Europa und Übersee aus und brachte den Weinbau in vielen Ländern nahezu zum Erliegen. Durch ein Reblausgesetzt von 1904 mit strengen Verordnungen konnte durch die Vernichtung der befallenen Weinberge im deutschen Weinbau eine Reblaus – Katastrophe verhindert werden.
Um 1950 begann man mit Propfreben auf Reblausresistenten Amerikaner Unterlagen. Die Gefärdung der Europäerrebe durch die Wurzel-Reblaus konnte so ausgeschaltet werden, wenn als Wurzelstange eine Amerikaner-Unterlage mit dem Edelreis einer Europäerrebe gepfropft wird.
Die Zahl der Amerikanerunterlagssorten ist im Vergleich zu den vielen Europäer und Ertragssorten gering. Die Unterlagen in Deutschland sind vor allem von der Berlandieri * Riparia Kreuzungen, die wichtigsten Unterlagen sind SO 4, 5 BB, 5 C, 125 AA, Börner und Binova.
| Unterlagensorte | Bodeneigenschaften | Bewurzelung, Wüchsigkeit und Chloroseeignung | Kalkverträglichkeit | Allgemeine Eigenschaften, Fruchtbarkeit, Holzreife und sonstige Kriterien |
| SO4 | Sehr große Adaptionsbreite, für mittlere bis gute Böden, die nicht zu trocken werden. | Halbtiefgehend,mittlerer bis starker Wuchs,
besonders widerstandsfähig gegen Chlorose |
sehr gut | Begünstigt die Fruchtbarkeit und neigt nicht zur Verrieselung. Die frühe und sehr gute Holzreife wirkt positiv auf die WinterfrosthärteGering anfällig gegen Wurzelreblaus. |
| Binova | Sehr große Adaptionsbreite mit sehr guter Kalkverträglichkeit, für fast alle Böden geeignet | Halbtiefgehend und kräftig,mittlerer bis starker Wuchs,
sehr Chlorosefest |
sehr gut | Besonders gut für blüteempfindliche Sorten geeignet, sehr Fruchtbar, fördert die Fruchtbildung und Holzreife |
| 5C | Sehr große Adaptionsbreite jedoch nicht für extrem trockne Böden geeignet, wenig kalkverträglich, ungeeignet für kalte und nasse Standorte.Für alle Sorten in kräftigen Böden aber auch in leichten Böden geeignet. | Halbtiefgehend, stark bis sehr Stark wüchsig, auf nährstoffreichen Böden „Chlorose empfindlich“ | mäßig | Besonders für blüteempfindliche Sorten geeignet, Frost-widerstandsfähig und gute Holzreife. Gegen Wurzelreblaus gering anfällig. |
| Börner | Gute Anpassung an die meisten Weinbergstypischen Bodenarten | Halbtiefgehend,starkwüchsig | mäßig | Mäßige Kalkverträglich-keit, Reblaus und Nematodenfest |
| 5BB | Sehr große AdaptionsbreiteGrößte Variationsbreite für alle Böden und sehr fruchtbar in nicht zunährstoffreichen Böden. Ungeeignet für zur Verrieselung neigenden Sorten , auf triebigen Böden. | Halbtiefgehend, kräftig, sehr Wüchsig, gute Widerstandsfähigkeit gegen Chlorose | sehr gut | Fördert die Verrieselung, besonders in triebigen und wüchsigen Böden. Auch für nicht blüteempfind-liche Sorten verwenden. Gering anfällig gegenüber der Wurzelreblaus |
| 125AA | Sehr große Adaptionsbreite mit guter Kalkverträglichkeit, besonders für lagernde Böden, die wenig luft- und wasserdurch-lässig sind. Ungeeignet für flachgründige Böden. | Halbtiefgehend, kräftig, widerstandsfähig gegen Chlorose | sehr gut | Für alle Europäersorten geeignet, für Blüteempfindliche Sorten ungeeignet |